London wäre schon cool gewesen, aber es geht doch nichts über eine schöne Bergbesteigung.
Heute war der Titlis Ziel unserer Begierde. Geplant war ja bis 2400m ü.M. zu gehen und ebenfalls zu Fuß wieder runter. Also hieß es um 5:00 aufstehen und gegen 6:30 mit Arbeits-, Kletter- und Wanderkollege Bastian in Zug getroffen. Von da ging es über Luzern rauf nach Engelberg (1000m ü.M.) ein im Winter sehr beliebtes Skigebiet.
Die erste Station hieß Trübsee (über Bänklialp und Ritz) auf knapp 1800m ü.M. Obwohl sie mit 2:50h ausgeschrieben war, kamen wir nach 1:40h schon am See an. Die qualmenden Füße wollten wir dann ein wenig im See abkühlen, was eigentlich nach einer Sekunde im Wasser schon erledigt war… verdammt, war das Wasser kalt! Das Wetter war echt perfekt, man konnte trotz der Höhe kurz laufen und auch am See in der Sonne sitzen.
Nach 20 min. Pause ging es dann weiter auf dem "Geologischen Wanderweg" nach Stand (2428m ü.M.). Es waren 2:20 angeschrieben, aber auch hier konnten wir mit 1:20h knapp unter der Vorgabe bleiben. Ich hatte ja mit krachseleien wie bei der einen Pilatus Route gerechnet, aber der Weg war entgegen meinen Erwartungen recht einfach zu laufen… es war halt anstrengend, aber nicht schwierig.
In Stand angekommen lockte natürlich die Spitze mit ihrem Eisgletscher. Die Wanderkarte zeigt nach oben keine begehbare Route. Das sind 600 Höhenmeter nur Schnee, Eis und Gletscherspalten und das ohne Gletschererfahung… nee, lass mal. Also nicht lang geschwätzt und rein in die Bahn zur Bergstation (3000m ü.M.). Oben angekommen herrschte plötzlich Jubel, Trubel Heiterkeit. Touristen ohne Ende! Dabei war uns auf dem Weg nach oben kein einziger über den Weg gelaufen. Direkt von der Station konnte man in eine Gletscherhöhle gehen, aber das war mit kurzen Hosen eine doofe Idee, denn da drin war es gefühlt so kalt, wie der Fuß im Trübsee. Also schnell durchgerannt, im Restaurant etwas gegessen und eine lange Hose angezogen.
Ausserhalb der Bergstation war es mit 5 Grad doch recht frisch, aber wir waren Klamottentechnisch gut gerüstet. Unser Ziel: der große Titlis (3239m ü.M.). Dort hin führte ein ausgewiesener Weg der abwechselnd felsig und schneebedeckter Gletscher war. Jetzt machte sich bei mir langsam die dünne Luft bemerkbar, so schnell wie am morgen wollte es irgendwie nicht mehr gehen. Auch hier waren plötzlich nur noch sehr selten Menschen anzutreffen. Knapp 20 min. später standen wir am höchsten Punkt des Titlis… und konnten nichts sehen, da es sich zugezogen hatte. Naja, wenigstens noch ins Gipfelbuch eingetragen und wieder zurück zur Bergstation.
Nach dieser Tour hatte irgendwie keiner mehr Lust, alles wieder runterzulaufen, also ging es gleich direkt mit der Seilbahn runter nach Engelberg.
Ich muss sagen, die neuen Wanderschuhe von Lowa haben sich bewährt. Knapp 8 Std. in den Schuhen und keine Blase. Hatte mir richtig Aua gerechnet. Vielen Dank Kai, dass Du meine Riesensärge noch in Dein Auto bekommen hast und sie mir am letzten Wochenende in Berlin übergeben konntest.
Nach 2 Std. Bahnfahrt war ich dann endlich zu Hause. Nach einer schönen Dusche kam dann noch totes Tier auf den Grill und so geht ein anstrengender aber sehr schöner Tag zu Ende…

